CARBOgen

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Mischgase in der Schanktechnik

Um ein Getränk aus einem geschlossenen Vorratsbehälter zu entnehmen wird ein Treibgas benötigt, das durch eigene Ausdehnung die Flüssigkeit durch ein Leitungssystem bis zur Entnahmestelle drückt.

Einfach ausgedrückt ist das der Vorgang, der sich abspielt, wenn z.B. ein Bier gezapft wird.

Als einziges Treibgas war bis 1990 ausschließlich Kohlendioxid (Chem. Zch CO2.). gesetzlich zugelassen.

Die Änderung der Bierverordnung aus diesem Jahre erlaubt die Verwendung von Stickstoff (Chem. Zch N2) als Treibgas nicht nur, sondern die Verordnung besagt, daß Kohlendioxid nur dann eingesetzt werden darf, wenn gewährleistet ist, daß das CO2 nichtmehr als technisch unvermeidbar in das Getränk eindringt.

Kohlendioxid hat sich seit Jahren in der Schanktechnik bewährt und wird auch in Zukunft bei den meisten Getränken nicht vollkommen zu ersetzen sein. Denn dieses Eindringen in das Getränk bewirkt die Bildung von Kohlensäure, die dem Getränk erst den prickelnden Geschmack (Resenz) und die Frische verleiht, der für meisten Biere und Erfrischungsgetränke typisch ist.

Moderne Schankanlagen, vor allem in größeren Betrieben werden heute so geplant, daß sich die Getränkebevorratung in einem separaten Kühlraum weit von der Theke entfernt befindet. Das Getränk muß also bis zum Zapfhahn weite Wege zurücklegen, oftmals sogar Steigungen überwinden. Um die Leitungswiderstände und die Druckverluste in Steigungsleitungen auszugleichen muß das Getränk mit einem wesentlich höheren Gasdruck gefahren werden, als zum Beispiel im Falle einer Getränkelagerung unter der Theke (Thekenausschank).

Die Folge höherer Zapfdrücke: Kohlendioxid dringt, insbesondere bei Zapfpausen, verstärkt in das Getränk ein und der Sättigungsdruck wird deutlich überschritten. Das Getränk karbonisiert auf. Zu einer extrem schnellem und starken Aufkarbonisierung kommt es bei Weizenbier, alkoholfreien und alkoholarmen Bieren, sowie bei Sirup und Light-Getränken.

Sichtbares Zeichen dieses Vorganges ist die starke Schaumbildung im Glas. Der Zapfvorgang verlängert sich, weil sich der Schaum im Glas sich immer wieder setzen muß. Jeder Gastwirt kennt diesen Vorgang. Die häufigste Ausrede: das ist ein Sieben - Minuten - Pils.

Doch das ist Schnee von gestern. Im Gegenteil: Im gleichen Maße, wie das Kohlendioxid in des Bier eindringt, verläßt es das Getränk auch wieder. Nach etwa 3 Minuten ist der ursprüngliche Sättigungsdruck wieder hergestellt. Jede Verweildauer darüber hinaus führt zu einer Qualitätsminderung des Getränkes. Unter der zuletzt noch gequetschten Blume befindet sich oft ein schales Bier.

Deshalb werden zur Lösung dieses Problems Gasmischungen aus Stickstoff und Kohlendioxid eingesetzt. Bei solchen Mischungen werden die Vorteile beider Gase genutzt:

Der Kohlendioxidanteil sorgt für die Frische des Getränkes, der Stickstoffanteil bewirkt die problemlose Förderung auch über lange Leitungen, überwindet Steigungen, ohne das Getränk zu beeinflussen und sorgt für einen zügigen Zapfvorgang und damit auch für eine bessere Qualität und nicht zuletzt für zufriedene Gäste.

Das Mischgas CARBOgen kann in Flaschen bezogen werden. Es wird in den Standardmischungen mit 20% und 30% CO2-Anteil angeboten. Individuell genau abgestimmte Mischungsverhältnisse können durch Verwendung eines Gasmischers erzeugt werden. Der Gasmischer wird dabei mit Stickstoff gespeist, der entweder aus Flaschen entnommen wird oder von CARBO-Airseparatoren erzeugt wird. Die Kohlensäureversorgung erfolgt aus Stahlflaschen oder CARBO-Minitanks.

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